Ausgewählte Projekte

Parkschein II (2019/20)

Die Grundidee des Projektes war es, den künstlerischen Prozess im öffentlichen Raum stattfinden zu lassen und so nicht nur die Interaktion der Künstler untereinander, sondern auch den prozessbegleitenden und ggf. auch -verändernden Dialog zwischen Künstlern und Passanten, Besuchern etc. zu ermöglichen.


Dazu kamen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Frank Meyer sieben Künstlerinnen und Künstler für acht Tage in der Krefelder Fabrik Heeder zusammen, um sich dort – für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich – mit dem Gebäude und dessen Umgebung (Architektur, Historie, Umwelt) künstlerisch auseinanderzusetzen.

Beteiligt waren Künstlerinnen und Künstler aus der Region sowie zwei Kolleginnen aus dem Krefelder Partnerkreis Oder-Spree:

  • Karin Dörre (Mülheim/ Ruhr) – Illustration
  • Nick Esser (Düsseldorf) – Fotografische Collage
  • Mauga Houba-Hausherr (Krefeld) – Malerei
  • Julia Jarque y Jörg / Künstlerkollektiv Mürbe u. Dröge (Partnerkreis Oder-Spree)
  • Michael Lauer (Krefeld)
  • Jan Masa (Erkrath) – Fotografie
  • Ulrike Stolte (Partnerkreis Oder-Spree)

Von Samstag bis Freitag erfolgte die Arbeit öffentlich von 12-18 Uhr.

Mit der Abschlusspräsentation der entstandenen Arbeiten am zweiten Samstag (12-18 Uhr) endete das Projekt.

Eine weitere Ausstellung im Januar 2020 versammelte die seinerzeit, aber auch im Nachgang Arbeiten entstandenen Arbeiten, da die meisten der beteiligten Künstlerinnen und Künstler das Thema selbst nach Beendigung des Projektes noch weiterverfolgt hatten.


Okna / Fenster (2009)

Eine große und auch medial viel beachtete Ausstellung in meiner alten polnischen Heimat fand im April 2009 im "Dom Kultury" zu Ozimek statt. Im Mittelpunkt der umfangreichen Werkauswahl standen Gemälde, die der polnischen Lyrikerin Ewa Parma als Vorlage für mehrere ihrer Gedichte dienten. Auch waren Bilder zu sehen, bei denen wiederum ich mich von Texten der Autorin hatte inspirieren lassen.


Der Titel der Ausstellung: "Okna", zu Deutsch "Fenster", erwies sich daher in verschiedener Hinsicht als treffend. Fenster geben den Blick frei und so funktionieren zum Beispiel auch Bilder und Texte, Indem sie das zeigen, was der Künstler sieht, ebenso aber auch das, was ihn innerlich dazu bewegt, bilden sie Innen und Außen gleichermaßen ab.

Durchs Fenster zu schauen, hat im konkreten Fall aber auch bedeutet, die eigene Begrenztheit des Genres zu durchbrechen und die Zusammenarbeit mit einer anderen Kunstform zu wagen.


Auch mal anders - Deckenbilder (2008)

Meinen Einstand in den Kunstverein Weidenweg Zehn in Duisburg-Kaßlerfeld habe ich im Januar 2008 mit einer großen Ausstellung gegeben, deren Titel „Auch mal anders“ einen Verweis darauf beinhaltete, dass mir der großzügige Ausstellungsraum im Weidenweg die Erfüllung eines schon lang gehegten Wunsches ermöglichte: nicht nur die Wände zu be“stücken“, sondern - gleichsam auf den Spuren Michelangelos – auch die Decken.

In einem Prozess der etwas anderen Art entstanden mehrere Bilder, die allesamt zur Präsentation gelangten und auf einem eigens konstruierten, zwar nicht sehr bequemen, aber jedenfalls fahrbaren Holzbett angemessen begutachtet werden konnten. Noch selten habe ich eine derart ausgelassene und gutgelaunte Vernissage erlebt wie diese.

 

Paradise Boxes (2018)

In Zeiten wie diesen, in denen es Hoffnung, Zuversicht, der Glaube an das Gute und Wahrhaftige nicht immer leicht haben und die Aussicht auf eine düstere Zukunft viel näher zu liegen scheint als der mutige und optimistische Blick nach vorn, setzt die Wanderausstellung „Paradise boxes“ einen Kontrapunkt.

Zwanzig Einzelobjekte visualisieren die intellektuelle und künstlerische Auseinandersetzung ihrer jeweiligen Schöpferin (Mitglieder des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen und Gäste aus den Niederland, Polen und Norwegen) mit dem durchaus auch unbiblisch denkbaren „Paradies“ und laden in der Gesamtschau zu einem Bummel durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Szenarien zum Thema ein.

Mein Beitrag verstand sich als eine Liebeserklärung an Mageroya (norweg. für „karge Insel“), eine norwegische, von rund 3.000 Menschen bewohnte Insel im Nordatlantik, etwa sechs Kilometer vom Festland entfernt.

"Nein, mein Mageroya ist nicht karg, nicht öde, nicht abweisend und trist.
Mein Mageroya ist reine, atemberaubende Form von berückender, steinerner Schönheit in ungestüm wechselndem Licht, ein Paradies, in dem auch hier und da ein Rentier an der Flechte nagt."

Bisherige Stationen waren:

  • Südbahnhof Krefeld (2018)
  • Verwaltungsgericht Düsseldorf (2019)

Es folgen:

  • Galeria ZAPP | Opole (PL) (2020)
  • Strehlitz
  • Nieuwegein (NL) (2021)
  • Honninsvag (N)

Zgliszcza | Trümmerland (2015)

Bisher habe ich noch keinen Text von Wolfgang Borchert lesen können, ohne zu weinen. Schon deshalb war es unausweichlich, dass seine Textgemälde, in denen hinter Trümmern, Staub und Leid immer auch eine tiefe Humanität und Hoffnung aufscheint, früher oder später auch Eingang in meinen malerischen Kosmos fanden.

Ergebnis war das Ausstellungskonzept "Zgliszcza | Trümmerland - Auf den Spuren von Wolfgang Borchert" mit 12 großformatigen Gemälden und einer Installation, das zuerst in der Bunkerkirche Düsseldorf (2015) präsentiert wurde und daraufhin als Wanderausstellung an folgenden Orten zu sehen war:

  • Muzeum Edyty Stein, Lubliniec (2015)
  • Muzeum Powstancow Slaskich zu Gora Sw. Anny (2017)
  • Szkolna Galeria Plastyczna K. Gryc, Szczedrzyk (2018)
  • Galeria Strzeleckiego Osrodka Kultury (2017) 
  • Ökumenische Begegnungsstätte Krefeld-Hüls (2020)

 

Inner landscapes (2005)

Unter dem Titel „Exchange – Tanzkunst in Krefeld“ initiierte das Krefelder Kulturbüro im Jahre 2005 vier Tanzproduktionen, an denen neben überregional bekannten Choreographen und Tänzern auch jeweils Krefelder Künstler beteiligt waren.

Meine in diesem Rahmen erfolgende Zusammenarbeit mit der Kölner Choreographin Suna Göncü und die Fertigung des Bühnenbildes für ihr Tanzprojekt waren für mich eine große Herausforderung.

Sehr schnell war in ersten Gesprächen deutlich geworden, dass unser Ziel nicht ein klassisches Bühnenbild war. Meine Aufgabe sollte nicht darin bestehen, den optischen Hintergrund für ein Bühnenprojekt zu schaffen, sondern vielmehr den Tanzboden. Die diesem Ansatz zugrundeliegende Idee war, den herkömmlichen Entstehungsprozess zu verkehren: Das Bühnenbild ist nicht Ergänzung des tänzerischen Geschehens, sondern Ausgangspunkt und figürliche Grundlage für die Entwicklung der Choreographie.

Im Sommer begann ich mit der Herstellung der Entwürfe im Maßstab 1:10, aus denen die Choreographin, die Tänzerin und ich schließlich einen zur Vergrößerung auf das erforderliche Maß von 8 x 8 Metern auswählten. Diese Arbeit erfolgte innerhalb von drei Wochen in einem großen Raum der Fabrik Heeder, den mir das Kulturbüro zu Verfügung gestellt hatte, und war auf vielfache Weise bemerkenswert und ungewöhnlich: Ich malte mein Bild, indem ich mich auf ihm bewegte, mit Pinseln, Quasten und Rollen, genoss die Freiheit und Großzügigkeit der Fläche und erlebte Malen in einer völlig neuen Perspektive.

Im Ergebnis stellt es für mich einen außerordentlichen Reiz dar, die Zweidimensionalität des Bildes durch die tänzerische Bewegung in eine dritte Dimension überführt zu sehen. Das Bild gewinnt dadurch über seine visuelle Ästhetik hinaus ein eigenes Leben.